Was ist Yoga?

Der Begriff „Yoga“ stammt aus dem Sanskrit und bedeutet wörtlich das „Anjochen“ von Körper und Geist. In diesem Sinn sind die Asanas, d.h. die körperlichen Übungen, nur dazu da, die Verbindung von Körper und Geist herzustellen. Schaut man genauer hin, könnte man meinen, dass die guten alten Fitness- und Gymnastikkurse einfach in ein neues Gewand geschlüpft sind, in dem sie nun „Yoga-Kurse“ genannt werden. Kaum je wird erwähnt, dass Yoga eigentlich ein Übungsweg ist, um sich selbst zu erfahren und das eigene Wesen zu entwickeln und entfalten („Selbstverwirklichung“ im wahren Sinn). Eines der wichtigsten Werke über die Wurzeln des Yoga ist Patanjalis „Yoga Sutras. Das erste Sutra „atha yoga anushasanam“ erklärt, in welcher Geisteszustand für die Ausübung des Yoga erreicht werden muss: Wer in der Achtsamkeit für das JETZT lebt, der ist bereit für die Darlegung des Yoga.

Im zweiten Sutra „Yoga citta vritti nirodah“ erfahren wir mehr über die Wirkung des Yoga: Yoga wirkt, wenn die Bewegungen des Geistes zur Ruhe kommen. Was sind denn diese Bewegungen des Geistes, die unsere Aufmerksamkeit beeinträchtigen? Es sind dies selbsterfüllende Prophezeiungen, Vorurteile, Klischees, starke Gewohnheiten, feste Denk- und Erlebnismuster. Inwiefern jedoch sollte es nützlich sein, wenn die Bewegungen des Geistes zur Ruhe kommen? Dazu heisst es im dritten Sutra „tada drashtuh svarupe avasthanam“: Dann ruht der Sehende in seiner Wesensidentität.

Der Weg des Yoga wird als achtstufiger Prozess beschrieben, der mit ethischen Regeln (den sogenannten Yamas und Niyamas) beginnt und sich über körperliche Übungen, Atem- und Konzentrationsübungen auf die Meditation hin bewegt. Die Yamas und Niyamas sind die stets präsente Grundlage für jeden Yogalernenden und sollten stets geübt werden.

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